Balkonkraftwerk 2025: Ihr mobiler Solar-Ratgeber

Das eigene Zuhause zum kleinen Kraftwerk machen? Mobile Balkonkraftwerke versprechen Unabhängigkeit und niedrigere Stromkosten. Doch welche Modelle halten, was sie versprechen, und worauf sollten Sie 2025 wirklich achten? Ein kritischer Blick hinter die Marketingversprechen.

Markus Weber

Markus Weber

Energieberater & TÜV-zertifizierter PV-Fachberater

Markus Weber ist seit 2012 als Energieberater und Solartechniker tätig. In den letzten 5 Jahren installierte er über 50 Solaranlagen in Süddeutschland und Österreich.

TÜV-zertifiziert 5+ Jahre Erfahrung 50+ Installationen

Die Idee, den eigenen Strom auf dem Balkon oder der Terrasse zu erzeugen, fasziniert immer mehr Menschen in Deutschland. Und das zu Recht! Mit einem mobilen Balkonkraftwerk lässt sich nicht nur bares Geld sparen, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Energiewende leisten. Doch der Markt ist 2025 unübersichtlicher denn je. Welche Systeme lohnen sich wirklich, und welche Fallstricke lauern hinter den glänzenden Marketingbroschüren?

Als jemand, der seit Jahren die Entwicklungen in der Photovoltaik-Branche verfolgt, kann ich Ihnen versichern: Die Technologie hat enorme Sprünge gemacht. Was früher oft eine komplizierte Bastelei war, ist heute dank verbesserter Normen und benutzerfreundlicher Produkte für fast jeden Haushalt zugänglich geworden. Doch gerade diese Einfachheit verleitet manchmal dazu, wichtige Details zu übersehen.

Die neuen Spielregeln: Was sich 2024/2025 wirklich geändert hat

Veränderungen im deutschen Energierecht sind oft ein Buch mit sieben Siegeln, aber für Balkonkraftwerke gab es 2024 einige wirklich erleichternde Neuerungen, die Sie kennen sollten. Seit Mai 2024 dürfen Sie nun bis zu 800 Watt Wechselstrom (AC) ins Netz einspeisen – eine spürbare Erhöhung gegenüber den früheren 600 Watt. Das bedeutet mehr Ertrag und eine schnellere Amortisation.

Was viele noch nicht wissen, ist, dass die maximale Modulleistung, also die DC-Leistung der Solarpaneele, sogar bis zu 2000 Watt Peak (Wp) betragen darf. Warum diese Diskrepanz? Ganz einfach: Selbst bei optimaler Sonneneinstrahlung erreichen Solarmodule selten ihre volle Nennleistung. Die größere Modulfläche fängt auch bei diffusem Licht oder suboptimaler Ausrichtung noch genug ein, um den Wechselrichter mit seinen 800 Watt AC optimal auszulasten. Es ist ein kluger Schachzug, den Ertrag über den Tag zu maximieren.

Besonders erfreulich für Mieter ist die neue Gesetzeslage seit Oktober 2024: Balkonkraftwerke gelten nun als "privilegierte Maßnahme". Das bedeutet, Ihr Vermieter darf Ihnen die Installation nur noch unter sehr engen Voraussetzungen verbieten, etwa bei Bedenken hinsichtlich der Statik des Gebäudes oder des Denkmalschutzes. Ein allgemeines "Nein" aus Prinzip ist passé. Und ja, der oft diskutierte Schuko-Stecker ist ebenfalls seit 2024 offiziell erlaubt, was die Installation weiter vereinfacht und den Weg für viele Hobbysolarianer ebnet.

Anmelden, aber richtig: MaStR-Pflicht und was Sie wirklich beachten müssen

Die Bürokratie ist in Deutschland nie ganz weg, aber zumindest etwas verschlankt worden. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur bleibt Pflicht. Und zwar eine ziemlich zeitkritische: Sie müssen Ihre Anlage innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme registrieren. Tun Sie das nicht, drohen Bußgelder von bis zu 2.000 Euro – kein Pappenstiel für ein Gerät, das eigentlich sparen soll.

Der Anmeldeprozess ist online auf der Webseite der Bundesnetzagentur (marktstammdatenregister.de) relativ intuitiv. Sie geben technische Daten wie die Modul- und Wechselrichterleistung an, sowie den genauen Standort und das Datum der Inbetriebnahme. Das Gute: Die separate Meldung beim Netzbetreiber, die früher oft für Verwirrung sorgte, entfällt seit dem Solarpaket I im Mai 2024. Die Daten aus dem MaStR werden automatisch an den zuständigen Netzbetreiber weitergeleitet. Das ist eine der wirklich positiven Vereinfachungen, die das Leben der Balkonkraftwerk-Betreiber erleichtert.

Technische Feinheiten: Was ein gutes System ausmacht und wo die Tücken liegen

Bevor Sie sich in den Kaufrausch stürzen, lohnt ein genauer Blick auf die Technik. Nicht jedes Balkonkraftwerk ist gleich, und gerade die "mobilen" Lösungen unterscheiden sich stark. Die VDE-AR-N 4105 ist hier das Zauberwort. Diese Anwendungsregel stellt sicher, dass Ihr Wechselrichter über einen sogenannten NA-Schutz verfügt, der die Anlage bei Netzstörungen oder einem Stromausfall sofort abschaltet. Das ist entscheidend für Ihre Sicherheit und die der Netzmonteure.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den viele vergessen: Prüfen Sie unbedingt, ob Ihr Haus über einen FI-Schalter verfügt, bevor Sie das Balkonkraftwerk anschließen. Moderne Elektroinstallationen haben diesen Schutz in der Regel, aber bei älteren Gebäuden sollten Sie das gegebenenfalls von einem Elektriker checken lassen. Für die Befestigung der Module – und das ist ein oft unterschätzter Aspekt – empfehle ich stets mindestens vier Befestigungspunkte pro Modul. Das sorgt für die nötige Stabilität, gerade bei Wind und Wetter. Und der optimale Neigungswinkel für maximalen Ertrag? Zwischen 25 und 35 Grad zur Sonne, idealerweise nach Süden, aber auch Ost-West-Ausrichtungen können mit bifazialen Modulen sehr effizient sein, dazu gleich mehr.

Die Top-Modelle 2025: Ein ehrlicher Vergleich

Der Markt ist voll von Versprechen. Ich habe mir die aktuellen Top-Modelle genauer angesehen und präsentiere Ihnen hier die Systeme, die 2025 das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Dabei geht es nicht nur um den niedrigsten Preis, sondern auch um Qualität, Effizienz und die realistische Amortisationszeit.

Modell Max. AC-Leistung Speicher (kWh) Modul-Wp Preis (ca. €) €/kWh Speicher Jahresertrag (kWh) Amortisation (Jahre) Besonderheiten
Heckert Solar Zeus Smartsystem 800+ Flachdach 800 W 890 Wp 329-349 600-750 1.8-2 Stabilität 1,0 (Testsieger), sehr günstig, bifazial
Green Solar Universaldach 900/800 bifazial 800 W 900 Wp 439-560 bis 700 2-3 Stiftung Warentest-Sieger 2025 (2,2), bifazial
Marstek Jupiter C Plus 860 W (2 Mod) 2,56 (erw. 10,24) bis 1.720 Wp 849-1.049 244 750-900 5 Integrierter Touchscreen, wetterbeständig, Nulleinspeisung
Growatt Noah 2000 (Speicher) 800 W (WR sep.) 2,048 (erw. 8,2) bis 2.000 Wp 435-699 244 800-1.000 3-4 (mit 2 Noah) Reiner Speicher, unschlagbarer Preis/kWh, modulare Erweiterung
Zendure SolarFlow Hyper 2000 1.200 W (AC-Ausgang) 1,92 (erw. 7,68) bis 2.400 Wp 689-794 (inkl. Bat.) 400 ca. 32% Ersparnis 4-6 Bidirektional, hoher Wirkungsgrad 97%, dynamische Optimierung
Anker Solix Solarbank 3 Pro E2700 800 W 2,688 (erw. 16,12) bis 3.600 Wp 1.199-1.499 555 bis 3.600 (4 Module) 4-7 KI-Steuerung, Wettervorhersage, dynamische Tarife, Notstrom

Klarer Preis-Leistungs-Sieger ohne Speicher

Die Heckert Solar Zeus Smartsystem 800+ für Flachdächer ist mit einem Preis von nur 329 bis 349 Euro ein absoluter Knaller. Die Amortisationszeit von unter zwei Jahren ist phänomenal und setzt neue Maßstäbe. Die Stiftung Warentest vergab für die Stabilität sogar die Bestnote 1,0 – eine Seltenheit! Einziger Wermutstropfen: Bei extremer Hitze sinkt der Wirkungsgrad leicht, was aber im deutschen Klima selten ein echtes Problem darstellt.

Ebenfalls hervorzuheben ist der Green Solar Universaldach 900/800 bifazial, Testsieger der Stiftung Warentest 2025 mit der Note 2,2. Die bifazialen Module, die Licht von beiden Seiten aufnehmen, sind keineswegs nur ein Marketing-Gag. Sie können den Ertrag tatsächlich signifikant steigern, besonders wenn die Unterlage hell ist oder die Module etwas Abstand zur Wand haben. Mit einem Preis von 439 bis 560 Euro und einer Amortisationszeit von zwei bis drei Jahren ist es eine hervorragende Wahl für Qualitätsbewusste.

Speicherlösungen: Notwendigkeit oder Luxus?

Die Frage, ob ein Speicher Sinn macht, ist eine der am häufigsten gestellten. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote typischerweise bei 60-70 Prozent, mit Speicher können es 80-95 Prozent werden. Das klingt verlockend, aber die Kosten für Speicher sind nicht unerheblich. Der Growatt Noah 2000 sticht hier heraus: Als reiner Speicher (ohne integrierten Wechselrichter) bietet er mit 244 Euro pro kWh eine unschlagbare Effizienz und ist modular erweiterbar. Er ist ideal, wenn Sie bereits ein Balkonkraftwerk besitzen oder eine sehr flexible Anlage planen.

Der Marstek Jupiter C Plus für 849 bis 1.049 Euro bietet eine gute Einsteigerlösung mit integriertem Speicher. Sein HD-Touchscreen und die hohe Wetterbeständigkeit sind praktische Features. Die Amortisationszeit von rund fünf Jahren ist akzeptabel, aber hier muss man abwägen, ob der Komfort des integrierten Speichers den höheren Anschaffungspreis rechtfertigt.

Deutlich kritischer sehe ich die Preisgestaltung bei der Anker Solix Solarbank 3 Pro E2700. Obwohl die KI-Steuerung und die Notstromfunktion faszinierend klingen und bis zu 3.600 kWh Jahresertrag bei vier Modulen möglich sind (was aber weit über die 800W AC des Wechselrichters hinausgeht), liegt der Preis pro kWh Speicherkapazität bei stolzen 555 Euro. Das ist im Vergleich zum Growatt Noah fast das Doppelte und treibt die Amortisationszeit trotz hoher potenzieller Ersparnis auf vier bis sieben Jahre hoch. Hier zahlt man für Premium-Features, die nicht jeder braucht.

Der Zendure SolarFlow Hyper 2000 mit seinem bidirektionalen Laden und dem hohen Wirkungsgrad von 97 Prozent ist technisch beeindruckend. Doch die Einrichtung kann aufwendig sein und gelegentliche App-Probleme trüben das Bild. Mit einem Preis von 689 bis 794 Euro (inkl. Batterie) und 400 Euro pro kWh Speicherkapazität liegt er im Mittelfeld. Für Technik-Enthusiasten ist er interessant, für den "normalen" Haushalt vielleicht etwas zu komplex.

Realistischer Ertrag und Wirtschaftlichkeit: Was Sie wirklich erwarten können

Wie viel Strom liefert ein 800-Watt-Balkonkraftwerk tatsächlich? Das hängt stark von Ihrem Standort und der Ausrichtung ab. In Süddeutschland, mit 1.000 bis 1.200 Sonnenstunden pro Jahr, können Sie mit einem Jahresertrag von 800 bis 1.000 kWh rechnen. Im Mitteldeutschland sind es immer noch gute 760 bis 880 kWh, während Norddeutschland mit 640 bis 760 kWh etwas darunter liegt.

Die Faustformel für den Jahresertrag lautet: Leistung (kWp) × Sonnenstunden (h/Jahr) × Anlageneffizienz (0,8-0,85). Bei einem aktuellen Strompreis von 0,35 bis 0,40 Euro pro kWh (Stand 2025) ergeben sich ohne Speicher bei 30 Prozent Eigenverbrauch und 800 kWh Jahresertrag etwa 84 Euro Ersparnis pro Jahr. Mit Speicher und einer Eigenverbrauchsquote von 70 Prozent schmilzt der Stromverbrauch aus dem Netz deutlich, und Sie sparen rund 196 Euro jährlich. Die Amortisationszeit von vier bis sechs Jahren mit Speicher oder fünf bis zehn Jahren ohne Speicher – je nach System und regionaler Förderung – ist für viele ein überzeugendes Argument.

Regionale Fördertöpfe: Wo es 2025 noch Geld gibt

Während der Bund keine pauschale Förderung für Balkonkraftwerke anbietet, gibt es auf kommunaler und Landesebene oft erhebliche Zuschüsse, die die Anschaffung noch attraktiver machen. Hier ist es essenziell, schnell zu sein und die Fristen zu kennen, denn viele Programme arbeiten nach dem Windhundprinzip.

Förderungen in Bayern 2025

Die bayerische Staatsregierung verzichtet bewusst auf landesweite Förderungen, da sie Balkonkraftwerke als wirtschaftlich einstufen. Das mag man bedauern, aber viele Städte springen in die Bresche. In München erhalten Sie zum Beispiel 0,40 Euro pro Watt-Peak bis maximal 800 Wp, was einer maximalen Förderung von 320 Euro entspricht. Wichtig: Der Antrag muss zwingend VOR dem Kauf gestellt werden! Auch Würzburg bietet seit April 2025 pauschal bis zu 200 Euro, und in Augsburg gibt es 100 Euro pro Anlage, wobei die Mittel für 2025 bereits stark nachgefragt sind.

Förderprogramme in Nordrhein-Westfalen (NRW) 2025

NRW ist hier deutlich aktiver. Das landesweite Programm "progres.nrw – Klimaschutztechnik" startet wieder am 15. April 2025 um 10:00 Uhr. Hier gibt es 200 Euro für ein Balkonkraftwerk bis 800 W und sogar 400 Euro mit Batteriespeicher. Das Gesamtbudget beträgt 16 Millionen Euro, aber Achtung: 2024 war das Budget von 13 Millionen Euro bereits nach sieben Wochen aufgebraucht. Seien Sie also schnell! Städte wie Düsseldorf (bis zu 600 Euro), Köln (300 Euro, 600 Euro für Köln-Pass-Inhaber) oder Dortmund (200 Euro zusätzlich zu anderen PV-Förderungen) bieten attraktive kommunale Zusatzförderungen, die sich oft mit der Landesförderung kombinieren lassen.

Weitere wichtige Kommunen

In Berlin und Hamburg gibt es ab Frühsommer bzw. Oktober 2025 spezielle Programme für einkommensschwache Haushalte, die bis zu 90 Prozent der Kosten, maximal 500 Euro, decken. Auch Stuttgart (200 Euro pauschal, 300 Euro für Bonuscard-Inhaber) und Freiburg (150 Euro für Mieter) haben ihre eigenen Programme. Ein Blick auf die Webseite Ihrer Stadt oder Gemeinde ist immer ratsam.

Fazit: Lohnt sich ein mobiles Balkonkraftwerk 2025 wirklich?

Die Antwort ist ein klares Ja! Die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen sind so günstig wie nie zuvor. Die Möglichkeit, 800 Watt AC einzuspeisen und bis zu 2000 Wattp Modulleistung zu installieren, macht die Systeme noch effizienter. Die Amortisationszeiten sind dank gestiegener Strompreise und verbesserter Technik auf teilweise unter zwei Jahre gesunken, wenn Sie die richtigen Komponenten wählen und Fördermittel geschickt nutzen.

Ob Sie sich für ein günstiges Basis-Set wie das Heckert Solar Zeus oder eine Premium-Lösung mit Speicher und KI-Steuerung wie die Anker Solix entscheiden, hängt von Ihrem Budget und Ihren Ansprüchen ab. Doch selbst mit einer Basisausstattung können Sie bereits einen spürbaren Beitrag zu Ihrer Stromrechnung und zum Klimaschutz leisten. Rund 400 kg CO2-Ersparnis pro Jahr sind bei einem 800W-System keine Kleinigkeit. Das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern auch für unser Klima. Also, worauf warten Sie noch? Der Schritt zum eigenen Stecker-Solar ist 2025 einfacher und lohnenswerter denn je.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Balkonkraftwerk 2025 in Deutschland?

Ein Balkonkraftwerk-Komplettset ohne Speicher kostet 2025 zwischen 310 und 540 Euro, durchschnittlich etwa 400-500 Euro. Mit Stromspeicher (Lithium-Ionen, 1-2 kWh) liegen die Kosten zwischen 1.300 und 2.000 Euro. Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer (19 %), was die Anschaffungskosten erheblich reduziert.

Welche Leistung darf mein Balkonkraftwerk 2025 haben?

Die maximale Modulleistung beträgt 2.000 Watt Peak (Wp), die Einspeiseleistung des Wechselrichters ist auf 800 Watt begrenzt. Diese Regelung gilt seit Mai 2024 mit dem Solarpaket I und bleibt 2025 bestehen.

Wie melde ich mein Balkonkraftwerk im MaStR an?

Die Anmeldung erfolgt kostenfrei und vereinfacht online im Marktstammdatenregister (MaStR) unter www.marktstammdatenregister.de. Die Bundesnetzagentur leitet Ihre Daten automatisch an den Netzbetreiber weiter – eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr erforderlich. Die Registrierung dauert nur wenige Minuten und besteht aus zwei Schritten: Kontoanmeldung und Registrierung des Balkonkraftwerks.

Gibt es 2025 Förderungen für Balkonkraftwerke?

Ja, es gibt bundesweit Mehrwertsteuerbefreiung (0 %) seit 2023. Regional variieren zusätzliche Förderungen: München zahlt 40 Cent pro Watt (max. 320 Euro), Freiburg 200 Euro pauschal, Potsdam 250 Euro, Berlin bis zu 500 Euro. Hamburg bietet bis Oktober 2025 bis zu 90 % Förderung für einkommensschwache Haushalte. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach lokalen Programmen.

Wie lange dauert die Amortisation eines Balkonkraftwerks?

Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher amortisiert sich nach 2-3 Jahren, mit Speicher nach etwa 5 Jahren. Eine 800-Watt-Anlage spart bei optimaler Südausrichtung etwa 180-270 Euro jährlich an Stromkosten ein.

Welche Installation ist für Mieter erlaubt?

Seit Oktober 2024 haben Mieter einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Installation eines Balkonkraftwerks als 'privilegierte bauliche Veränderung'. Vermieter dürfen dies nicht grundlos verweigern, können aber Vorgaben zu Farbe und Montage machen. Die schriftliche Zustimmung des Vermieters muss vor der Installation eingeholt werden, wird aber bei angemessenen Anfragen grundsätzlich erteilt.

Wie viel Strom erzeugt ein 800-Watt-Balkonkraftwerk?

Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk erzeugt je nach Region und Ausrichtung jährlich etwa 650-900 kWh Solarstrom. In Bayern und Baden-Württemberg können es bis zu 900 kWh sein, in Norddeutschland etwa 650 kWh. Die Berechnung: Gesamtleistung × Sonneneinstrahlung am Standort × 365 Tage (mit 10-20 % Verlusten).

Kann ich mein Balkonkraftwerk an eine normale Steckdose anschließen?

Ja, aber nicht an eine Mehrfachsteckdose. Das Balkonkraftwerk muss an eine einzelne, geerdete Außensteckdose der Schutzklasse IP44 (ideal IP67) angeschlossen werden, die an einen eigenen Stromkreis mit FI-Schalter angebunden ist. Alternativ wird ein Wieland-Stecker empfohlen, der speziell für Solarstrom entwickelt wurde und höhere Sicherheitsstandards erfüllt.

Welche Hersteller und Modelle sind 2025 die besten?

Testsieger 2025: Anker SOLIX Solarbank 3 Pro (Stiftung Warentest: 2,2/gut), Yuma Flat 900+ Bifazial (Gesamturteil 96/100), Green Solar Universaldach 900/800 Bifazial (Testsieger Stiftung Warentest). Weitere Top-Modelle: EcoFlow STREAM Ultra, Zendure SolarFlow Hyper 2000. Empfehlung: Komplettsets von etablierten Anbietern wie Yuma (4,7/5 Sterne), Priwatt oder Greensolar kaufen.

Benötige ich einen neuen Stromzähler für ein Balkonkraftwerk?

Ja, Sie benötigen einen Zweirichtungszähler, der Einspeisung und Bezug getrennt misst. Alte Ferraris-Zähler (analoge Zähler, die rückwärts zählen) werden für eine Übergangsfrist bis 2032 geduldet, sollten aber baldmöglichst ausgetauscht werden. Der Netzbetreiber organisiert den Austausch nach Ihrer MaStR-Anmeldung.

Was ist ein mobiles Balkonkraftwerk und wie unterscheidet es sich?

Mobile oder tragbare Balkonkraftwerke sind kompakte Systeme, die flexibel auf verschiedenen Unterlagen montiert werden können – auf Balkonen, Terrassen, Flachdächern oder im Garten. Sie unterscheiden sich von fest installierten Anlagen durch ihre Mobilität und einfachere Anpassbarkeit an unterschiedliche Standorte. Die Leistungsgrenzen (2.000 Wp Modul, 800 W Wechselrichter) gelten gleichermaßen.

Wie viel Speicher brauche ich für mein Balkonkraftwerk?

Für einen Single-Haushalt: 1 kWh Speicher, für ein 2-Personen-Haushalt: 1-2 kWh, für 4-Personen-Haushalte: 2-3 kWh. Mit einem 2-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von 30-40 % (ohne Speicher) auf etwa 70 %. Die Investition amortisiert sich durch höhere Einsparungen erst nach 5 Jahren, lohnt sich aber langfristig und bei dynamischen Stromtarifen.

Welche rechtlichen Anforderungen gelten für die Montage?

Das Balkonkraftwerk muss den VDE-Normen entsprechen, mit geprüften Kabeln und Steckdosen installiert werden und darf die maximalen Leistungsgrenzen nicht überschreiten. Die Modulleistung sollte nicht mehr als 2.000 Wp und die Wechselrichterleistung nicht mehr als 800 W betragen. Bei Wohnungen in Mehrfamilienhäusern muss die Eigentumsgemeinschaft informiert werden. Eine bauliche Genehmigung ist nicht erforderlich, aber die MaStR-Registrierung ist Pflicht.

Bekomme ich eine Einspeisevergütung für überschüssigen Strom?

Ja, für Stromspeiseüberschüsse erhalten Sie etwa 8,1 Cent pro kWh (Stand 2025). Mit einem 800-Watt-Balkonkraftwerk fallen jährlich typischerweise 120-400 kWh Überschuss an, was etwa 10-30 Euro pro Jahr einbringt. Der Hauptvorteil liegt jedoch in der Eigenverbrauchsersparnis (aktuell ca. 35-45 Cent/kWh), nicht in der Einspeisevergütung.

Kann ich Balkonkraftwerke verschiedener Hersteller kombinieren?

Ja, technisch ist die Kombination möglich, wenn die Gesamtleistung von 2.000 Wp Modulleistung und 800 W Wechselrichterleistung nicht überschritten wird. Allerdings sollten Sie auf Kompatibilität achten und technische Abstimmung mit einem Fachmann klären. Empfehlung: Kaufen Sie vollständige Sets, um Kompatibilität und Garantie zu gewährleisten.

Welche Montageorte sind für ein Balkonkraftwerk geeignet?

Geeignete Montageorte sind: Balkone, Terrassen, Flachdächer, Steildächer mit angepassten Halterungen, Gartenaufständerungen, Fassaden und Pergolen. Die Maximalfläche ist auf keine 2 m² begrenzt – der Fokus liegt auf Leistung, nicht auf Fläche. Wichtig: Südausrichtung und 30-40 Grad Neigung optimieren den Ertrag; Verschattung minimieren.