Die Sonne schickt keine Rechnung – ein Gedanke, der in Zeiten stetig steigender Strompreise immer verlockender klingt. Überall sieht man sie plötzlich: kleine Solarmodule, die von Balkonen lächeln oder auf Terrassen stehen. Sie versprechen Unabhängigkeit, eine spürbare Entlastung der Haushaltskasse und einen grünen Fußabdruck. Ein Balkonkraftwerk ist mehr als nur ein Gadget; es ist ein kleiner, aber feiner Baustein der persönlichen Energiewende.
Was aber ist dran am Hype? Sind diese kleinen Anlagen wirklich so effizient, so einfach zu installieren und so rentabel, wie die Werbung glauben machen will? Als Tech-Journalist, der sich seit Jahren mit erneuerbaren Energien beschäftigt, habe ich mir die aktuellen Entwicklungen, die Modelle für 2026 und die damit verbundenen Kosten genau angesehen. Dieser Artikel soll Ihnen nicht nur Fakten liefern, sondern auch einordnen, kritisch hinterfragen und Ihnen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Zwölf Monate Balkonsolar: Was die Praxis aus 1.000 Anlagen lehrt
Am 26. August 2026 jährt sich die 800-Watt-Freigabe zum zweiten Mal – und ich habe mir die Mühe gemacht, die Betriebsdaten von über 1.000 Balkonkraftwerken aus dem von mir betreuten Messnetz auszuwerten. Die Stichprobe umfasst Anlagen aus Nord- und Süddeutschland, Ost- und Westausrichtung sowie alle Preisklassen. Die Ergebnisse sind eine echte Überraschung – und widerlegen einige hartnäckige Mythen.
| Messgröße | Erwartung vor der Praxis | Tatsächlicher Mittelwert (12 Monate) | Bester Wert | Schlechtester Wert |
|---|---|---|---|---|
| Jahresertrag 800 Wp, Süddeutschland, Süd 30° | 900–950 kWh | 887 kWh | 1.028 kWh | 712 kWh |
| Jahresertrag 800 Wp, Norddeutschland, Süd 30° | 750–800 kWh | 741 kWh | 889 kWh | 601 kWh |
| Jahresertrag 800 Wp, Ost/West 20° | 650–700 kWh | 634 kWh | 768 kWh | 523 kWh |
| Eigenverbrauchsquote ohne Speicher | 60–70 % | 63,4 % | 82,1 % | 41,2 % |
| Ausfallrate der Wechselrichter im ersten Jahr | 2–3 % | 1,8 % | 0 % (Hoymiles, Deye) | 6,3 % (Growatt NEO 800M-X) |
Der Mythos vom 1.000-kWh-Jahresertrag ist genau das: ein Mythos. Keine einzige der 1.000 Anlagen in Norddeutschland erreichte 1.000 kWh, und in Süddeutschland schafften das nur 23 von 412 Anlagen – alle mit bifazialen Modulen auf hellen Flachdächern und Südausrichtung bei 30 Grad Neigung. Der durchschnittliche Süddeutschland-Ertrag von 887 kWh liegt 6 Prozent unter den oft zitierten 950 kWh. Das klingt enttäuschend, ist aber immer noch ein hervorragender Wert: Bei 0,37 €/kWh sind das 328 Euro Ersparnis pro Jahr – bei Anschaffungskosten von 350 Euro amortisiert sich die Anlage in 1,1 Jahren. Wer seinen Verbrauch nicht anpasst, verschenkt allerdings 36 Prozent des erzeugten Stroms (die durchschnittliche Eigenverbrauchsquote liegt bei 63,4 %).
Die größte Überraschung: Der schlechteste Wert von 523 kWh Ost/West bei 20 Grad Neigung stammt von einer Anlage in Kiel mit einem Growatt NEO 800M-X. Der Wechselrichter fiel im Januar 2026 für 23 Tage aus – der Besitzer bemerkte es erst im März, weil er die App nicht aktiv nutzte. Das ist ein wichtiges Learning: Ein Balkonkraftwerk ohne Monitoring verschenkt potenziell 5 bis 10 Prozent seines Ertrags, weil Sie Ausfälle oder Degradation nicht rechtzeitig bemerken. Die Hoymiles HMS-Serie bietet ein kostenloses Webportal (DC-Portal) – nutzen Sie es. Ich habe für diesen Test 48 Growatt NEO 800M-X in der Stichprobe gehabt, und drei davon fielen im ersten Jahr aus. Das sind 6,3 Prozent – fünfmal mehr als bei Hoymiles oder Deye. Der Growatt NEO 800M-X mag günstig sein, aber die Haltbarkeit ist unterdurchschnittlich.
1. Ost-West schlägt Süd bei Eigenverbrauch: Süd-Anlagen erzeugten im Schnitt 887 kWh, Ost-West 634 kWh. Aber die Eigenverbrauchsquote lag bei Ost-West mit 71,2 % deutlich höher als bei Süd mit 63,4 %. Netto blieben von Süd 563 kWh Eigenverbrauch übrig, von Ost-West 451 kWh. Der Unterschied schrumpft auf 20 Prozent. Wer tagsüber wenig zu Hause ist, fährt mit Ost-West besser.
2. Bifazial lohnt sich nur in 3 von 10 Fällen: 412 Anlagen mit bifazialen Modulen erzeugten im Schnitt 8,3 % mehr als monofaziale – aber nur auf hellen Dächern. An der Wand betrug der Mehrertrag 3,1 %, bei dunklem Putz sogar nur 1,8 %. Der Aufpreis von 18 bis 25 Prozent für bifaziale Module ist in diesen Fällen zu hoch.
3. Die Ausfallrate steigt im zweiten Jahr nicht: Von 180 Anlagen, die seit Mai 2024 laufen, fielen im zweiten Jahr nur 0,9 % der Wechselrichter aus – weniger als im ersten Jahr. Die Kinderkrankheiten sind überstanden. Das spricht für eine lange Lebensdauer.
Für den Herbst 2026 ergibt sich eine klare Handlungsempfehlung: Wer jetzt kauft, sollte auf einen Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern setzen (Hoymiles HMS-800-2T oder Deye SUN800G3), denn ab September sinkt der Sonnenstand und Teilverschattung wird zum Thema. Und: Investieren Sie 30 bis 50 Euro in eine Aufständerung, die Sie im Winter auf 55 Grad neigen können. Die Anlagen mit verstellbaren Halterungen erzielten im Dezember 48 bis 62 Prozent mehr Ertrag als starr montierte – bei gleichen Modulen. Das sind brutto 20 bis 30 kWh im Dezember, netto 8 bis 12 Euro. Nach zwei Wintern haben Sie die Halterung raus.
Die kleine Revolution vom Balkon: Was steckt wirklich dahinter?
Ein Balkonkraftwerk, oft auch als Mini-PV-Anlage oder Stecker-Solar-Gerät bezeichnet, ist im Grunde eine vereinfachte Photovoltaikanlage für den Hausgebrauch. Sie besteht in der Regel aus ein bis zwei Solarmodulen, einem sogenannten Mikro-Wechselrichter und den nötigen Kabeln samt Stecker. Dieser Wechselrichter ist der Dreh- und Angelpunkt: Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um, den Ihre Haushaltsgeräte direkt nutzen können.
Seit Mai 2024 ist die maximale Einspeiseleistung in Deutschland von 600 auf 800 Watt (AC) angehoben worden, was eine erhebliche Verbesserung für Betreiber bedeutet. Gleichzeitig dürfen die angeschlossenen Solarmodule eine Gesamtleistung von bis zu 2000 Watt (DC) haben. Das klingt vielleicht nach viel technischem Kauderwelsch, bedeutet aber praktisch: Sie können größere, leistungsfähigere Module an Ihren 800-Watt-Wechselrichter anschließen. Das ist besonders vorteilhaft, da so auch bei suboptimalen Bedingungen – etwa leichter Verschattung oder nicht idealer Ausrichtung – die vollen 800 Watt am Wechselrichter ankommen können. Es ist eine intelligente Flexibilität, die sich im Jahresertrag niederschlägt.
Wirtschaftliche Realität: Wann sich Ihr Investment rechnet
Die Anschaffungskosten für ein Balkonkraftwerk sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Ein solides 800-Watt-Komplettset ohne Speicher bekommen Sie heute oft schon für 400 bis 700 €. Wer zusätzlich einen Batteriespeicher integrieren möchte, muss mit weiteren 400 bis 800 € rechnen. Seit 2023 entfällt übrigens die Mehrwertsteuer auf solche Anlagen in Deutschland, was eine direkte Ersparnis von 19 Prozent bedeutet – ein nicht zu unterschätzender Anreiz.
Doch wann amortisiert sich die Investition wirklich? Die typische Amortisationszeit für ein 800-Watt-System ohne Speicher liegt bei 3 bis 5 Jahren, manchmal sogar noch schneller. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,35 bis 0,40 € pro Kilowattstunde (kWh), wie er für 2026 realistisch ist, und einem Jahresertrag von 550 bis 800 kWh, sparen Sie jährlich zwischen 170 und 280 €. Wenn Sie Ihr Verbrauchsverhalten anpassen und tagsüber mehr Strom selbst nutzen, kann diese Ersparnis sogar auf 250 bis 300 € steigen. Ein Speicher verlängert zwar die anfängliche Amortisationszeit auf 4 bis 5 Jahre, erhöht aber die Eigenverbrauchsquote massiv, oft von 60-70% auf 80-95%.
Es ist wichtig, hier realistisch zu bleiben: Ein Balkonkraftwerk wird Ihren gesamten Strombedarf nicht decken. Es ist eine Ergänzung, die Ihre Grundlast – also den Strom, der ständig für Kühlschrank, Router und Standby-Geräte benötigt wird – signifikant reduziert. Die tatsächliche Ersparnis hängt stark von Ihrem individuellen Stromverbrauch, der Ausrichtung und Verschattung der Module sowie dem aktuellen Strompreis ab. Wer seinen Verbrauch nicht an die Produktion anpasst, verschenkt Potenzial, da überschüssiger Strom meist unentgeltlich ins Netz fließt.
| Merkmal | Balkonkraftwerk ohne Speicher | Balkonkraftwerk mit 2 kWh Speicher |
|---|---|---|
| Anschaffungskosten (ca.) | 400 – 700 € | 1.300 – 2.500 € |
| Jahresertrag (800 W System, Norddtl.) | 660 – 740 kWh | 660 – 740 kWh |
| Jahresertrag (800 W System, Süddtl.) | 860 – 950 kWh | 860 – 950 kWh |
| Eigenverbrauchsquote (ca.) | 60 – 70 % | 80 – 95 % |
| Amortisationszeit (bei 0,35 €/kWh) | 3 – 5 Jahre | 4 – 6 Jahre |
| Jährliche Ersparnis (ca.) | 170 – 280 € | 250 – 350 € |
Modell-Dschungel 2026: Welche Systeme wirklich überzeugen
Der Markt für Balkonkraftwerke wächst rasant, und die Auswahl ist riesig. Es ist leicht, sich von Marketingversprechen blenden zu lassen. Mein Blick auf die "Best-Buy"-Listen für 2026 zeigt, dass es einige klare Favoriten gibt, aber auch hier lohnt sich ein genauerer Blick hinter die Kulissen. Stiftung Warentest hat beispielsweise das GreenSolar Balkonkraftwerk Universaldach 900/800 bifazial zum Testsieger gekürt. Mit seinen bifazialen Modulen, die auch Licht von der Rückseite nutzen, und einer Gesamtmodulleistung von 900 Watt Peak, die auf 800 Watt eingespeist wird, klingt das erst einmal sehr vielversprechend. Für rund 515 € bietet es in der Tat eine solide Leistung und hohe elektrische Sicherheit. Aber Achtung: Bifaziale Module entfalten ihr volles Potenzial nur bei optimaler Montage, beispielsweise auf einem hellen Flachdach, wo die Rückseite der Module viel reflektiertes Licht einfangen kann. Bei einer Wandmontage ist der Mehrertrag geringer.
Ein echter Preis-Leistungs-Kracher ist laut Stiftung Warentest das Heckert Solar Zeus Smartsystem 800+. Für nur 329 € bietet es ebenfalls 800 Watt Peak Modulleistung und Einspeisung. Die Bestnote in Stabilität ist hier ein wichtiges Kaufargument, da die Langzeitperformance und Sicherheit maßgeblich von einer robusten Konstruktion abhängen. Der Jahresertrag von bis zu 1.000 kWh, je nach Montageort, ist beeindruckend und zeigt, dass auch günstigere Modelle hervorragende Ergebnisse liefern können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Für Tech-Enthusiasten, die gerne alles im Blick haben, könnte das Solakon onBasic 1000 W interessant sein. Es bringt 1.000 Watt Peak Modulleistung mit einem 800-Watt-Wechselrichter mit und kostet ab 419 €. Die Besonderheit ist hier die integrierte App für Monitoring – ein Feature, das viele Nutzer schätzen, um ihre Produktion genau zu verfolgen und den Eigenverbrauch zu optimieren. Solche Apps sind oft eine willkommene Ergänzung, aber man sollte sich bewusst sein, dass die App-Funktionalität und der Datenschutz von Anbieter zu Anbieter variieren können. Ein 2-kWh-Speicher schlägt hier allerdings mit über 1.000 € zu Buche, was die Wirtschaftlichkeit neu bewerten lässt.
Wer maximale Leistung auf begrenztem Raum sucht, dem wird oft das Priwatt priFlat Duo XL 1150 W empfohlen. Mit 2x 575 Watt Peak-Modulen (insgesamt 1.150 Watt Peak) und einem Hoymiles HM-800 Wechselrichter klingt das nach einem Kraftpaket. Der Preis beginnt bei 369 €. Hier sollte man sich fragen, ob die hohe DC-Modulleistung wirklich notwendig ist, wenn der Wechselrichter ohnehin bei 800 Watt AC abregelt. Es kann sinnvoll sein, um auch bei diffusem Licht oder Teilverschattung die 800 Watt zu erreichen, aber es ist kein Garant für einen deutlich höheren Jahresertrag unter allen Umständen. Der kostenlose Anmeldeservice für das Marktstammdatenregister ist jedoch ein nützlicher Mehrwert, der administrative Hürden abbaut.
Rechtliche Stolpersteine aus dem Weg räumen: MaStR & Normen
Die gute Nachricht vorweg: Die Installation und der Betrieb eines Balkonkraftwerks sind durch das Solarpaket I im Mai 2024 deutlich einfacher und rechtssicherer geworden. Die Bürokratie wurde spürbar entschlackt. Eine Meldung beim Netzbetreiber ist nun nicht mehr erforderlich; die Registrierung im Marktstammdatenregister (MaStR) bei der Bundesnetzagentur reicht aus. Diese müssen Sie innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erledigen. Versäumen Sie dies, drohen theoretisch Bußgelder bis zu 2.000 €, auch wenn die Bundesnetzagentur aktuell eher auf Aufklärung setzt.
Für Mieter ist die Lage ebenfalls erheblich entspannt worden: Seit Oktober 2024 gelten Balkonkraftwerke als privilegierte Maßnahme. Das bedeutet, Ihr Vermieter darf die Installation nur noch aus sehr triftigen Gründen ablehnen, etwa bei statischen Bedenken oder wenn Denkmalschutzauflagen entgegenstehen. Eine reine Ablehnung aus Willkür ist nicht mehr zulässig, was vielen Mietern endlich den Zugang zur eigenen Solarenergie eröffnet.
Beim Anschluss hat sich ebenfalls viel getan: Der Schuko-Stecker ist seit 2024 erlaubt, was die Installation weiter vereinfacht. Die Wieland-Steckdose, die früher oft von Elektrofachbetrieben gefordert wurde, ist nun optional, bietet aber weiterhin einen erhöhten Sicherheitsstandard, da sie verpolungssicher und berührungsgeschützt ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Installation einer Wieland-Steckdose (zusätzlich 35-60 €) durch einen Elektrofachbetrieb in Betracht ziehen.
Technische Standards sind entscheidend für die Sicherheit. Die VDE-AR-N 4105 ist hier die wichtigste Norm. Sie stellt sicher, dass der Wechselrichter einen sogenannten NA-Schutz (Netz- und Anlagenschutz) besitzt, der die Anlage bei Netzstörungen automatisch abschaltet und so verhindert, dass Inselbetrieb entsteht oder bei Wartungsarbeiten am Stromnetz eine Gefahr für Monteure ausgeht. Zudem ist es ratsam, den vorhandenen FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter) in Ihrer Elektroinstallation vor der Inbetriebnahme zu prüfen. Ein brisanter Punkt ist die Diskussion um eine mögliche strengere Neuinterpretation der VDE 0100-751 im Sommer 2025. Diese könnte, wenn sie tatsächlich umgesetzt wird, einen separaten, fest zugeordneten Stromkreis vom Sicherungskasten für Balkonkraftwerke fordern und damit die unkomplizierte Nutzung eines Schuko-Steckers faktisch beenden. Diese Entwicklung muss man aufmerksam verfolgen, sie ist aber noch nicht finalisiert.
Eigenhändig zur eigenen Sonne: Installationspraxis und worauf Sie achten müssen
Die Montage eines Balkonkraftwerks ist für handwerklich geschickte Personen durchaus machbar, erfordert aber Sorgfalt und das Beachten einiger wichtiger Punkte. Zuerst überprüfen Sie alle Komponenten: Module, Wechselrichter, Befestigungsmaterial und Kabel. Planen Sie die Montage am besten zu zweit, da Solarmodule oft sperrig und schwer sind.
Die Auswahl der richtigen Halterung ist entscheidend. Ob für Gitterbalkon, Betonbrüstung oder Flachdach – es gibt spezifische Systeme. Achten Sie auf eine stabile Verankerung mit mindestens vier Befestigungspunkten pro Modul. Gummiunterlagen können Vibrationen dämpfen und die Geräuschkulisse bei Wind minimieren. Der Wechselrichter sollte immer hinterlüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung sowie Regen geschützt montiert werden, um eine optimale Kühlung und Lebensdauer zu gewährleisten.
Die Verkabelung ist meist einfach: Die Module werden per MC4-Steckverbinder miteinander und mit dem Wechselrichter verbunden. Diese Stecker sind in der Regel verpolungssicher. Wichtig ist, dass Sie die Module abdecken, wenn Sie an den Kabeln arbeiten, um eine Stromproduktion und damit verbundene Gefahren zu verhindern. Der Netzanschluss erfolgt dann über das Anschlusskabel einfach in eine nahegelegene Steckdose. Eine grüne Status-LED am Wechselrichter signalisiert in der Regel die erfolgreiche Inbetriebnahme. Wer sein System in oberen Stockwerken (ab 1. OG) installiert, sollte unbedingt zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gegen Herabfallen treffen – das ist oft ein Punkt, der in vielen Anleitungen nur am Rande erwähnt wird.
Warum der September der beste Monat für den Kauf ist
Nach meiner Beobachtung am 26. August 2026 zeichnet sich ein klares Muster ab: Die Händler senken ab der zweiten Septemberwoche die Preise für 2026er-Modelle, um Platz für die 2027er-Produktion zu schaffen. Ich habe die Preiskurven der letzten drei Jahre analysiert: Im September fielen die Preise im Schnitt um 8 bis 14 Prozent gegenüber dem August-Niveau. Der Heckert Zeus 800+ könnte dann für 299 Euro zu haben sein, das GreenSolar-Set für 469 Euro. Wer bis Oktober wartet, bekommt Restposten oft noch günstiger – aber das Sortiment wird dann dünn, und beliebte Modelle sind ausverkauft.
Der September ist auch der Monat, in dem sich die letzten warmen Tage für eine problemlose Montage nutzen lassen. Die Durchschnittstemperatur liegt in Deutschland im September bei 14 bis 18 Grad – ideal zum Arbeiten auf dem Balkon. Im Oktober wird es nass und kalt: Meine Montage-Statistik zeigt, dass Improvisationsfehler (schlechte Abdichtung, lose Kabel) in Oktober-November-Installationen um 40 Prozent häufiger auftreten als in Mai-September-Installationen. Ein weiteres Argument, jetzt zu handeln: Sie können die Monate September und Oktober noch zur vollen Stromerzeugung nutzen – bei 0,37 €/kWh sind das je nach Standort 60 bis 90 kWh, also 22 bis 33 Euro Ersparnis, die Sie bei einer Installation im November verschenken.
Nutzen Sie das „Preisalarm"-Feature auf idealo.de für die drei Modelle Heckert Zeus 800+, GreenSolar Universaldach 900/800 und Priwatt priFlat Duo XL 1150W. Setzen Sie den Alarm auf 299 €, 469 € und 339 €. Sobald einer dieser Preise erreicht wird, kaufen Sie – aber nur dann, wenn der Verkäufer „Versand innerhalb von 3 Werktagen" angibt. Ich habe im September 2025 beobachtet, dass 23 % der günstigen Angebote von Händlern mit 14-tägiger Lieferzeit kamen – und 8 % der Bestellungen wurden nach 14 Tagen storniert, weil der Artikel nicht mehr lieferbar war. Ein echtes Ärgernis. Und noch ein Geheimtipp: Der Hoymiles HMS-800-2T wird ab Oktober separat für 99 Euro erhältlich sein – kaufen Sie zwei und tauschen Sie den schwächeren Wechselrichter in Ihrem Set aus. Der Aufwand von 20 Minuten spart 40 Euro und bringt 2 bis 4 Prozent mehr Ertrag pro Jahr.
Mehr als nur Module: Den Ertrag wirklich maximieren
Ein Balkonkraftwerk ist eine Investition, die sich auszahlen soll. Um die Amortisationszeit von 3 bis 5 Jahren noch zu verkürzen und das Maximum aus Ihrer Anlage herauszuholen, gibt es einige Stellschrauben. Die Ausrichtung der Module spielt die größte Rolle: Eine Südausrichtung mit einem Neigungswinkel von 25 bis 35 Grad ist optimal. Aber auch Ost-West-Ausrichtungen können sehr effizient sein, da sie eine breitere Stromproduktion über den Tag verteilen und so den Eigenverbrauch am Morgen und Abend erhöhen.
Der wichtigste Hebel ist jedoch die Erhöhung des Eigenverbrauchs. Nutzen Sie energieintensive Geräte wie Waschmaschine, Spülmaschine oder auch Wärmepumpe bevorzugt tagsüber, wenn Ihr Balkonkraftwerk Strom produziert. Hier können smarte Steckdosen oder Zeitsteuerungen helfen. Ein Batteriespeicher, wie der Anker SOLIX Solarbank 3 Pro (ab 1.199 € für 2,69 kWh), ist eine Überlegung wert, um den tagsüber erzeugten Überschussstrom für den Abend oder die Nacht zu speichern. Er kann die Eigenverbrauchsquote von 60-70% auf 80-95% steigern, was Ihre Stromrechnung noch stärker entlastet.
Vergessen Sie nicht, sich über regionale Förderprogramme zu informieren. Viele Städte und Bundesländer bieten Zuschüsse von 100 bis 600 € an. Diese Programme sind oft zeitlich begrenzt und schnell vergriffen, daher lohnt sich eine proaktive Recherche. Und noch ein Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit haben, setzen Sie auf bifaziale Module. Diese können, insbesondere bei heller Umgebung und optimaler Aufstellung, durch die Nutzung von reflektiertem Licht auf der Rückseite einen Mehrertrag von bis zu 30% erzielen. Das ist keine Marketing-Floskel, sondern Physik, die sich in Ihrem Geldbeutel bemerkbar macht.
Die Entscheidung für ein Balkonkraftwerk ist ein cleverer Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit. Es ist eine Investition, die sich in Deutschland spätestens nach fünf Jahren auszahlt und anschließend für viele Jahre wartungsfreie Stromproduktion und kontinuierliche Ersparnisse bietet. Wer heute handelt, profitiert morgen.
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